Vortrag Abfallwirtschaft München



Es war einmal eine schöne Stadt an der Isar…,
in der viele Leute ihren Müll gedankenlos wegwarfen….
Im Schuljahr 2023/2024 hielt die Abfallwirtschaft München, mit dem Referenten Herr Weihberg, vor den Schülern unserer FIA Berufsschule mehrmals einen interessanten Vortrag über die Abfallentsorgung der Stadt München und die 12 Müllmärchen.

Die Abfallwirtschaft München beschäftigt ca. 1 700 Mitarbeiter*innen, fährt mit ca. 200 Müllfahrzeugen und generiert einen Umsatz von Euro 240 Mio. pro Jahr.
Der Vortrag stellt unser pädagogisches Konzept zur Mülltrennung dar. Es soll unsere neue BNE-Aktivität „Trennen von Plastikmüll in gelben Säcken mit dem grünen Punkt“ unterstützen und die Einsicht der Notwendigkeit von Plastiktrennung bei den Schülern bewirken.

12 Müllmärchen (entnommen aus der Website Abfallwirtschaft München)

Märchen 1: Glas nach Farben zu trennen bringt nichts, das wird im LKW sowieso zusammengeschüttet.
-> Tatsache ist aber: Die Fahrzeuge, in welche die Glascontainer ausgeleert werden, haben eine von der Seite nicht sichtbares Dreikammersystem für die jeweilige Glasfarbe. Die farbliche Trennung ist für das spätere Recycling sehr wichtig.

Märchen 2: Becher, Dosen, Gläser und Flaschen müssen sauber gespült werden.
-> Richtig ist vielmehr: Es reicht völlig aus, z.B. Joghurtbecher „löffelrein“, also sauber ausgekratzt, in den Kunststoffcontainer zu geben. Allerdings muss der Aludeckel komplett abgezogen sein und im Container für Dosen/Alu landen. Auch dürfen die Becher nicht ineinander gestapelt werden, weil sie sonst in der Sortieranlage nicht einzeln verarbeitet werden können.

Märchen 3: Damit der Restmüll verbrennt muss Heizöl hinzugefügt werden.
-> Tatsache ist: Der Münchner Restmüll wird im Heizkraftwerk ohne jeden Zusatz von Heizöl verbrannt. Dabei entstehen Strom und Fernwärme für München. Nur wenn ein Kessel beispielsweise nach einer Wartung neu angeheizt werden muss, geschieht dies über eine Befeuerung mit Gas.

Märchen 4: Die Wertstoffinseln gehören dem AWM_ Abfallwirtschaft München.
-> Die Wertstoffinseln gehören den dualen Systemen mit den Privatunternehmen.

Märchen 5: Der Abfallwirtschaft München macht dicke Gewinne mit den Müllgebühren.
->Die Wahrheit ist: Die Abfallwirtschaft München darf als kommunaler Eigenbetrieb keine Gewinne erzielen. Werden dennoch Gewinne erwirtschaftet, wird der Überschuss an die Bürger zurückgegeben.

Märchen 6: Der Münchner Müll landet auf der Deponie.
->Zutreffend ist vielmehr: Der gesamte Hausmüll wird entweder recycelt oder verbrannt. Beides geschieht nach hohen ökologischen Standards. Die Münchner Hausdeponien sind längst geschlossen worden.

Märchen 7: Coffee-to-go-Becher sind aus Pappe und sind leicht recycelbar.
-> Wahr ist aber: Fast alle Pappbecher sind innen mit Kunststoff beschichtet und gehören damit nicht in die Papiertonne. Sie müssen als Restmüll entsorgt werden. Rund 190 000 Pappbecher fallen täglich allein in München an. Also lieber einen Mehrwegbecher nutzen oder aus einer Porzellantasse trinken.

Märchen 8: Bioabfall getrennt sammeln ist kompliziert und stinkt.
->Richtig ist jedoch: Bioabfall sammeln ist ziemlich einfach. Der AWM stellt kostenlose Bio-Eimer zur Verfügung, um die Sammlung von Bioabfällen in der Küche zu vereinfachen. Gegen Geruch hilft beispielsweise das Einpacken in Zeitungspapier. Keine abbaubaren Plastiktüten und keine normalen Plastiktüten verwenden.

Märchen 9: Der gesamte Kunststoffverpackungsmüll wird komplett recycelt.
->Richtig ist jedoch: Der Kunststoffverpackungsmüll muss in spezielle Sortieranlagen transportiert werden. Ein großer Teil davon kann nicht verwertet werden und landet daher in der Verbrennung. Deshalb ist die Vermeidung von Kunststoffverpackungsmüll zu vermeiden.

Märchen 10: Kompostierbare Plastikbeutel eignen sich gut für das Sammeln von Bioabfall.
->In Wahrheit ist es so: Sie gehören keinesfalls in die Biotonne, da sie in den großen Kompostieranlagen viel zu lange zum Verrotten brauchen. Die vermeintlich kompostierbaren Beutel zersetzen sich nicht.

Märchen 11: Trennen ist sinnlos, denn es werden sowieso alle Abfälle verbrannt.
->Richtig ist: Nur der Restmüll aus der grauen Tonne wird im Heizkraftwerk verbrannt. Dabei werden Strom und Fernwärme erzeugt. Das Altpapier wird zu Recyclingpapier verarbeitet und aus dem Bioabfall, Ökostrom, Kompost und Münchner Blumenerde. Leider landen immer noch viele Wertstoffe in der Restmülltonne.

Märchen 12: Abfall trennen kann man sich sparen, im Müllauto wird eh alles zusammengeschüttet.
->Wahr ist dagegen: Es wird bei jeder Tonnenleerung immer nur eine Abfallart abgefahren. Also entweder Restmüll, Papier oder Bio. Aber nicht mehreres gleichzeitig im selben Fahrzeug.

Vielen Dank nochmals an Herrn Weihberg von der Abfallwirtschaft München für die anschaulichen und interessanten Vorträge.

Ihr BNE-Team der FIA Berufsschule

 



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